Landschaft und Natur

Umwelt, Natur und Landschaft

Das Gebiet von Region aktiv gliedert sich in

  • Kalkhochalpen (ostalpine Tafel- und Hochkarstgebirge)
  • Kalkvoralpen mit Flyschvorbergen
  • weichseleiszeitliche Junglaziallandschaften (Gletscherstammbecken, Grundmoränenlandschaften,
    Endmoränenlandschaften)
  • saaleeiszeitliche Altmoränenlandschaften (Alzplatte)
  • Talschotterlandschaften mit zentralen Grundwasserreservoirs (Unteres Inntal, Alztal).

Es umfasst also die gesamte Serie agrarökologisch sehr unterschiedlicher Kalkalpen- und Eiszeitlandschaften mit jeweils spezifischen Risiken und Entwicklungspotentialen (stark kuppige, flachgründige, meist sehr wasserdurchlässige weichseleiszeitliche Endmoränenzüge, sanftere lehmige moorreiche Grundmoränen, international bedeutsame Eiszerfallslandschaften mit Seenplatten, saaleeiszeitliche Altmoränen mit tiefen Lehmböden und hoher Ackerbaueignung,
Seeton-Ebenen).

Auch der Alpenanteil ist von 600 bis etwa 2400 m (Schafweide im Steinernen Meer) auf Nieder-, Mittel- und Hochalmen landwirtschaftlich genutzt. Die Aufforstungsgefahr landschaftsprägender und artenreicher Steilhang- und Buckelwiesen ist dort ein erhebliches Problem für den Fremdenverkehr. Großflächige Waldweiden konnten noch nicht gesichert werden (Chiemgau mit Werdenfelser Land: großflächigste Vorkommen von Waldweiden in Deutschland).
Der Konflikt Karstwasserschutz – Weidenutzung spielt stellenweise eine Rolle.
Die Entwicklung alpinspezifischer nachhaltiger Nutzungen hat gerade im „Internationalen Jahr der Berge 2002 starke Bedeutung für unser Projekt.

Landschaftsprägend und die Agrarentwicklung indirekt mit beeinflussend (Austragsminimierung, Pufferzonen) sind die zahlreichen Seen (größte Anzahl von Seen in süddeutschen Regionen), darunter die Großseen Chiem-, Waginger- und Simssee (jeweils überregionale Erholungsschwerpunkte) und weit über 100 Klein- und Mittelseen, darunter international bedeutsame
Seenplatten in Eiszerfallsgebieten (Eggstätt-Seeon).
Größere Flüsse durchziehen die Modellregion in fast regelmäßigen Abständen von Süd nach Nord: Inn, Tiroler Achen / Alz, Traun, Salzach. Ein landschaftliches Charakteristikum der Region sind zudem die Nieder- und Hochmoore. Zahlreiche noch naturnahe Hochmoore finden sich um den Chiemsee, südlich des Waginger Sees, auf der Pechschnait, in der Rinssee-Halfinger Rinne, bei Traunstein um Kammer und Lauter.

Überregional, z.T. auch international bedeutende Niedermoore und Streuwiesenlandschaften konzentrieren sich u.a. im nördlichen Bereich des Chiemsees, im Bergener Becken, im Surtal und am Samerberg. Angepaßte Extensivnutzungen vieler dieser Moorbecken sind für den regionalen Grundwasserschutz von erheblicher Bedeutung.

Im südlichen Teil der Region überwiegt die Grünlandnutzung aufgrund hoher Niederschläge und relativ kühlen Klimas sowie starker Hangneigungen im Alpenraum. Im Norden dominiert dagegen Ackerbaunutzung. Sehr unterschiedliche Agrarstrukturen passen sich in die enormen naturräumlichen Unterschiede ein (viehschwache, oft nebenerwerbliche, oft noch güllefreie
Klein- und Kleinstbetriebe im Berchtesgadener Land bis mittelgroße reine Ackerbaubetriebe in der Alzplatte).

Klimatisch tendiert die Region im Nordosten zum gemäßigt kontinentalen, am Alpenrand zum humiden, kontinental geprägten Hochgebirgsklima mit Steigungsregen. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 7°- 8° Celsius. Die jährlichen Niederschlagsmengen nehmen von 850 mm im Nordteil bis örtlich 3000 mm (Priental) im Alpenraum zu. Die Region weist insgesamt eine hohe Anzahl an Sonnenscheinstunden im Jahresdurchschnitt auf. Sie ist im südlichen Teil aufgrund des Föhneinflusses am Alpenrand am höchsten (1.700 Stunden, Nordteil 1.500 Stunden).