Geschichte

Geschichte der Region

Die Begrenzung der Region durch den Kamm der Alpen im Süden, Inn und Salzach als Umschließung, hat seit der Besiedlung dieser Gegend für eine gemeinsame Identität gesorgt.
Das bayerische Stammesherzogtum wurde Ende des 5. Jahrhunderts in Gaue geteilt, die zwischen Gebirge, Inn und Salzach die Namen Chiemgau, Untere Salzburggau, Isengau (Altlandkreis Mühldorf) besaßen.

Kirchlich lagen die Diözesen links des Inns in Händen der Bischöfe von Regensburg und Freising und rechts des Inns in denen der salzburgischen. Salzburg war von 1810 bis 1816 Bestandteil von Bayern, ehe es nach Österreich eingegliedert wurde.

So wird vom südostbayerischen Raum zwischen Inn und Salzach auch vom „Alten Chiemgau“ gesprochen. Durch die gemeinsame Sprache und die eng miteinander verwandten Dialekte bildet diese Region bis heute eine auf gemeinsame Kultur beruhende Einheit.

Auch im politischen Wechselspiel zwischen Bayern und Österreich wurde dieser Raum nie geteilt. Er verfügte so über lange Zeiträume über eine einheitliche Währung, eine gemeinsame Rechtssprechung, regional bezogenes Brauchtum und Kultur.

Die Landschaft ist vor allem durch die traditionell kleinstrukturierte Landwirtschaft geprägt, wobei innerhalb der Region zwei Gebiete zu unterscheiden sind:

Der südliche Teil, bei dem über 70 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche aus Dauergrünland besteht. Diese Nutzungsform ist durch die hohe Niederschlagsmenge (1300 mm/Jahr) und lößarmen Bodenarten im Alpenvorland und voralpinen Hügelland bedingt.

Im nördlichen Teil nimmt der Acker aufgrund der lehm- und lößreichen Bodenarten deutlich zu.

Die kleinbäuerliche Struktur bedeutet bis heute, dass 80 % der Betriebe weniger als 30 ha bewirtschaften. Auffallend ist ebenfalls die hohe Zahl der Nebenerwerbsbetriebe mit über 80 %, die 30 % der landwirtschaftlichen Fläche bewirtschaften. Im Vergleich zu anderen Räumen fällt außerdem der verlangsamte Strukturwandel auf, was auf die kulturell und sozial stark verwurzelten Familienbetriebe zurückzuführen ist.

Bei einer Straßenbefragung – durchgeführt im Rahmen des Regionenwettbewerbes - wurde deutlich, dass die Menschen von ihrem Lebensraum (Kulturlandschaft) stark geprägt sind. Von den meisten Befragten wird die oberbayerische Kulturlandschaft als wichtigstes Element des Regionalbewusstseins genannt. Die heutige Kulturlandschaft ist ohne die Leistungen der Landwirtschaft nicht denkbar.

So ist die Region ein vielfältiger und bevorzugter Raum, den es gilt zukunftsfähig zu machen, bevor wirtschaftliche/globale Entwicklungen zu einer Situation führen, die einer regionalen Steuerung nicht mehr zugänglich sind. Dafür müssen jetzt die Optionen für eine Regionalisierung wahrgenommen werden.